Reisebericht Madeira 2022

Januar auf Madeira
 Direkt zu Beginn des Jahres reisten wir zum ersten Mal auf die Atlantikinsel Madeira die zu Portugal gehört. Es sollte nicht nur um verlassene und aufgegebene Orte gehen. Erst stand Erholung und den Kopf frei bekommen auf dem Plan. Eins sei vorweg gesagt, wir empfehlen jedem ein mal Madeira zu besuchen. Wir sind seit Minute eins verliebt.

spannende landung

Funchal und Easy Exploring
Der Flughafen auf Madeira ist sehr einzigartig. Als wir durch die Wolkendecke über dem Atlantik brachen sahen wir zu erst die fantastisch da liegende Insel. Ein Traumblick. Hohe Berge eine tolle Vegetation und herrlich-abwechslungsreiches Wetter. Als das Flugzeug zur Landung ansetzte sahen wir gleich die kurze Landebahn. Aufgrund der unmittelbaren Lage an einem Steilküstenhang und dadurch auftretender starker Winde zählt der Flughafen zu den schwierig anzufliegenden Flughäfen. Ebenfalls fehlt ein automatisches elektrisches Landesystem. Deswegen muss kurz vorher eine enge Rechtskurve geflogen werden. Nur ausgewählte und erfahrene Flugkapitäne dürfen diesen Flughafen anfliegen, welcher übrigens nach dem Fußballstar Cristiano Ronaldo benannt ist. Der Profifußballer wurde hier geboren und besitzt eine Villa in Funchal. Nach der spannenden Landung ging es auch gleich zum Mietwagenhändler. Wir konnten es kaum erwarten die ersten KM der Insel bis zum Hotel an der Küste entlang zu fahren. Wir empfehlen jedem der die Insel großzügig entdecken will, es ebenfalls wie wir es getan haben, mit einem Auto. Auf die Weise kann man am besten die auch besonderen abgelegenen Orte, gerade im Norden Madeiras besuchen. Der Weg zum Hotel hat uns gleich geflasht. Bei über 20 Grad fuhren wir die Küstenstraße entlang bis nach Funchal, der Hauptstadt Madeiras, wo das Hotel auf uns wartete. Wir passierten Bananenplantagen, blühende Wiesen und Felder und dachten garnicht mehr an die kalten und tristen Tage in Deutschland. Nachdem wir es uns dann im Hotel gemütlich machten, erkundeten wir zum Ersten mal Funchal und bummelten den Tag umher und erkundeten die ersten besonderen Orte nahe der Hauptstadt. 

Facts about madeira

kultur auf madeira

Abwechslung pur

In den ersten Tagen waren wir maximal überrascht wie abwechslungsreich auf die Größe gesehen diese Insel ist. An Tag 2 besuchten wir 2 botanische Gärte in Funchal. Der Jardim Botanico de Madeira ist gut mit der beeindruckenden Seilbahn von der Küste Funchals erreichbar. Während der Fahrt hat man einen fantastischen Ausblick über ganz Funchal. Oben angekommen ging es gleich in die botanischen Gärten. Der Jardim Botanico de Madeira gehört zu den besten Botanischen Gärten der Welt. Die Anlage entstand 1960 auf dem früheren Anwesen der Familie William Reid. Das über 35.000 m² große abschüssige Gelände des Parks erstreckt sich vom oben gelegenen ehemaligen Herrenhaus bis zu einem angeschlossenen Vogelpark. Der Botanische Garten bietet neben Wegen unter alten Bäumen verschiedene Themenbereiche wie einen Wassergarten und einen Kakteengarten. In der Mitte gibt es eine kleine Gastronomie mit Sitzgelegenheiten. Im ehemaligen Herrenhaus ist seit 1982 das Museu de História Natural (Naturgeschichtsmuseum) untergebracht, das vor allem Tierpräparate zeigt. Hier ist das Exponat Mittagsschläfchen entstanden.

Ebenfalls besuchten wir einige andere kleine Ortschaften in den ersten Tagen. Im Süden sowie im Norden der Insel. Hinter jeder Ecke gibt es was neues zu entdecken. Jeden Tag besuchten wir tolle Restaurants. Madeira weist eine spannende und teils exotische Küche auf. Unbedingt den Espada com Banana probieren. Der Espada preta, oder zu deutsch, der Schwarze Degenfisch. Der Espada wird von den Madeirenser Fischern aus einer Tiefe von rund 1000 Meter an Angelhaken an die Meeresoberfläche gezogen. Er wird ausschließlich nachts gefangen und kommt in Europa nur rund um dieses Archipel vor. Der zweite bekannte Fangort liegt vor Japan, aber die Japaner interessieren sich nicht so sehr für diesen Tiefseefisch. Er wird nicht exportiert und ist dadurch eine absolute Spezialität. Die Legende besagt das nie ein Mensch bislang einen Espada lebend gesehen hat. Der Tiefseefisch stirbt aufgrund des Druckausgleichs aus der Tiefe nach oben. 

Am dritten Tag waren wir größtenteils im Norden unterwegs. Es standen ein paar besondere Orte sowie verlassene Plätze auf dem Programm. Morgens besuchten wir die Ruinas de sao Jorge. Völlig ungestört und alleine konnten wir den beeindruckenden Ort besuchen. Hier ist das Exponat Ruinas de Sao Jorge entstanden. Der Norden auf Madeira ist schroffer und wilder als der Rest der Insel. Manchmal erinnert es ein wenig an Hawaii. Die Hohen Berge die direkt im Meer enden. Es gibt einige tolle Wanderrouten entlang der Nordküste Madeiras. 

berge auf madeira

Der Wald der Feen
In den höhergelegenen Gebieten auf Madeira gibt es ebenfalls einiges zu entdecken. Der Feenwald auf Madeira gehört zum Lorbeerwald Laurisilva.

Der Laurisilva, Lorbeer- oder Laurazeenwald, ist das einzige Naturreservat auf Madeira, dessen Vielfalt an seltenen Pflanzen bis heute noch nicht vollständig erfasst werden konnte. Seit dem Jahr 1999 gilt er als Weltnaturerbe der UNESCO. Diese Auszeichnung bedeutet, dass dieses Naturschutzgebiet einen einzigartigen Wert als biologisches Kulturgut ausmacht. Der Lorbeerwald ist ein Relikt aus der Vergangenheit und war in Europa weit verbreitet. Doch die Eiszeit ist leider auch an ihm nicht spurlos vorbei gegangen und zerstörte große Flächen in unseren Breitengraden und somit finden wir eine solche Vielfalt leider nur noch auf wärmeren Inseln wie Madeira. Noch etwas höher ging es am anderen Tag zum Pico do Arieiro. Der Pico do Arieiro ist mit einer Höhe von 1818 m der dritthöchste Berg Madeiras. Unmittelbar neben dem Gipfel befindet sich eine Radarstation der Portugiesischen Luftstreitkräfte. Die Wanderwege vom Berg aus sind eine fantastische Abwechslung zur immergrünen und warmen Insel. An warme Kleidung denken! Wir waren leider etwas zu dünn angezogen und mussten daher nach etwa 1,5 Stunden wandern umkehren. Vom Berg runter an den Strand. Nach rund einer Autofahrtstunde gen Norden erreichten wir die schönen Strände rund um Seixal. Grüne Berge, blaues kristallklares Wasser. Der schwarzsandige Strand ist immer wieder ein beliebtes Fotomotiv für viele Besucher der Insel. Ein recht ruhig gelegener Ort der sicherlich zum schwimmen einlädt. Während unseres Besuchs im Januar war es aber aufgrund des regnerischen Wetters an dem Tag nicht ganz so angenehm schwimmen zu gehen. Auf der Rückfahrt gen Funchal erkundeten wir noch einige Lost Places. An dem Tag ist zum Beispiel das Exponat Silent Hill entstanden. Ein in Nebel gehauchtes verlassenes Ferienresort. Wir blicken auf eine fantastische Januar-Auszeit auf Madeira zurück. Eine Woche schien am Ende tatsächlich sogar zu wenig. Madeira hat uns sicherlich nicht zum letzten Mal beeindruckt.