Reisebericht Malta 2022

Und schon ist auch wieder eine aufregende Woche vorbei. Wie in unseren Storys zu sehen war, erkundeten wir zu dritt, 7 Tage lang den Mittelmeer-Inselstaat Malta.
Vorab recherchierten wir wie die verrückten und waren voller Vorfreude. Unsere Akkus voll geladen und bereit tolle neue Orte zu entdecken.

Tag 1

Here we go

Wir landeten gegen Mittag und es begrüßten uns graue Wolken und Nieselregen. Ernsthaft? Wir gaben die Hoffnung auf gutes Wetter nicht auf, es herrschten im Gegensatz zum kalten Wetter in Deutschland, wenigstens 16 Grad. Als wir dann unseren Leihwagen entgegennahmen kam die nächste Überraschung. Warum ist das Lenkrad auf der anderen Seite? Linksverkehr? Trotz intensiver Recherchen (wie immer vor unseren Reisen) übersahen wir diese kleine, aber nicht ganz unwichtige Information. Ins Kalte Wasser geworfen, ging es direkt in den hektischen Verkehr um Valletta, der Hauptstadt von Malta. Wir fuhren 30 Kilometer weiter gen Norden, in die Stadt St.Paul´s Bay, wo unser Hotel auf uns wartete. Es stürmte und regnete aus Eimern. Also genoßen wir erst mal einen Willkommens-Drink, bis wir uns bei besserem Wetter die erste Location ansahen.
Nachdem die Wolken verflogen waren, fotografierten wir die erste verlassene Villa auf Malta. Ein komplett zugewuchertes Gelände, voller Kakteen und Sukkulenten. Eine tolle Vegetation. Was wir bereits an Tag 1 feststellten, es gibt sehr viele eindrucksvolle Gebäude und Orte mit Meerblick. Also genossen wir auch gleich dort, den ersten Sonnenuntergang der Reise. Den Abend ließen wir dann bei Fisch und lokalem Bier ausklingen.

Tag 2

SPUK, AUSBLICKE UND `MALTA ALTA`
Am zweiten Tag standen wir mit bester Laune auf. Es herrschten Sonnenschein und 19 Grad. Wir bedienten uns am Frühstück und freuten uns auf den ersten Tag voller Abenteuer. Als erstes besuchten wir eine verlassene Villa ganz in der Nähe. Wundervoll mit Kakteen und südländischen Pflanzen zugewuchert. Ein spannender Grad des Verfalls. Zu der Villa gehörte eine verlassene Kaninchenzucht. Im Anschluss fuhren wir zu einer alten Kapelle. Die innerländischen Straßen und Wege sind oft sehr schmale und alte Gassen, sodass wir auch hier wieder den letzten Kilometer zu Fuß gehen mussten. An einem idyllischen Bach begrüßte uns ein freundlicher maltesischer Einwohner und erzählte uns von einer Gruselgeschichte über die Kapelle. Von Zeit zu Zeit werden Wanderer oder Besucher des Ortes von lauten Eselsgeräuschen oder Menschenstimmen verschreckt. Zu der Kapelle gehört noch eine verlassene Villa, die auch seit mehr als 10 Jahren verlassen ist. Als Kai und Thomas die Villa begutachteten, bereitete ich meine Drohne vor, um beides fotografieren zu können. Während ich alles verbinden wollte, hörte ich tatsächlich sehr merkwürdige Geräusche aus dem Inneren der Kapelle, die einem Esel sehr ähnlich waren. Ich kann mir bis heute nicht erklären, woher die Geräusche kamen, selbstverständlich, habe nur ich sie gehört. Gegen Nachmittag begaben wir uns zur Küste und besuchten unter anderem verlassene Forts, Bunker und alte Batterien aus den vergangenen Kriegen. Unglaublich tolle Ausblicke und atemberaubende Natur. Hier fotografierten wir das Exponat View of Ruins. Zum ersten Mal dachten wir uns: MALTA ALTA. Am Abend gingen wir dann wortwörtlich durch die Hölle. Ein unvergessener Abend in einem nepalesischen Restaurant in St.Pauls BayAufgrund eines Kommunikationsproblems “genossen“ wir das schärfste Essen, was uns je vorgesetzt wurde.

Facts about Malta

Tag 3

Windiges Gozo
Wie jeden Tag starteten wir mit einem ausgewogenen Frühstück bevor es zur Autofähre Richtung Gozo ging. Gozo ist eine eigene Insel im Norden Maltas, die nur mit dem Boot oder Schiff zu erreichen ist.
Vorab recherchierten wir einige tolle Höhlen und diverse andere aufgegebene Orte.
Gegen 10 Uhr morgens fuhren wir von Bord und bemerkten gleich wie windig es ist. Uns war sofort klar, heute wird die Drohne nicht viel Einsatzzeit bekommen. Schade. Nichtsdestotrotz probierten wir gleich bei der ersten Location, einem verlassenen Pumpwerk in einem traumhaften Flusstal, unser Glück. Keine Gute Idee. Bei Windgeschwindigkeiten zwischen 70 und 100 km/h. Luca musste regelrecht der Drohne hinterherrennen, um sie noch einzuholen, da sie nicht mehr von eigener Kraft gegen den Wind ankämpfen konnte. Ein paar Bilder konnten wir aber trotzdem mitbringen. Als Nächstes stand eine bekannte, auch teils touristisch erschlossene, Höhlenformation auf dem Plan. Leider waren wir nicht die Einzigen vor Ort, sodass wir nicht ganz ungestört auf den Ort eingehen konnten. Trotz alledem ein wunderschöner Ausblick auf die Küste und das Mittelmeer. Das Tageshighlight erwartet uns dann etwas nördlicher auf Gozo. Eine alte Weltkriegs-Batterie in Verbindung mit noch älteren Salinen (Farmen und Felder, die zur Meersalzgewinnung dienten). Hier ist unser Expnat Salted zu Stande gekommen. Der Wind fegte immer noch über die Insel. Jenseits der 80 km/h, knallten imposante Wellen gegen die alten Salinen. Wir verbrachten 2 Stunden vor Ort und waren einfach von der Naturgewalt fasziniert. Bevor es Abends wieder zurück zur Autofähre gen Malta (Hauptinsel) ging, besuchten wir noch in den letzten Sonnenstunden eine alte verlassene Villa mitten in der Stadt. Abends im Heimatort genossen wir dann zum ersten Mal maltesische Spezialitäten.

Tag 4

Der hoffnungsvollste und aber auch zugleich ärgerlichste Tag.
Gleich zu Beginn hatten wir eines unserer Tour-Highlights auf dem Programm. In Sliema, in der Nachbarstadt von Valletta, befindet sich eine Stadtvilla, die mehrere Jahre von Queen Elizabeth bewohnt wurde. Bis heute der einzige Wohnsitz außerhalb von Großbritannien, an dem sich Queen Elizabeth je wohlfühlte, wie sie selber sagt. Nach langem hin und her mit der Behörde und Mitarbeitern konnten wir aber leider nur von außen fotografieren. Eine wahre Enttäuschung. Danach fuhren wir zum ersten Mal gen Valletta. Wir suchten gefühlt eine halbe Ewigkeit einen Parkplatz. Wir checkten diverse Villen bis wir letzten Endes ein sehr spannendes verlassenes Krankenhaus fotografierten. Im Erdgeschoss waren noch OP-Säle komplett eingerichtet. Medikamente, Spritzen und sämtliche Krankenhausutensilien lagen unberührt in den Schränken. Im Anschluss stand eine weitere historische Villa auf dem Plan, die einst von Gaddafi bewohnt war. Auch dort konnten wir bedauerlicherweise nur ein Bild von außen machen. Zum Nachmittag hatten wir dann das bekannte Fort Ricasoli auf dem Plan. Wo unter anderem viele Szenen in der ersten Staffel Game of Thrones gedreht wurden. Ebenfalls wurde hier Assassins Creed, Der Gladiator und Troja gedreht. Zu Beginn fotografierten wir von außen, unter anderem mit der Drohne. Als wir ein Zugang zum Inneren suchten, begrüßte uns ein Mitarbeiter der sagte wir sollen am Folgetag wieder kommen. Wie der Tag bis hier hin schon nicht der erfolgreichste war, sollte er auch nicht besser werden. Wir checkten noch 4 Orte im Süden aus, die aber allesamt verriegelt und leider uninteressant waren. Zumindest konnten wir zum Abschluss vom Tag noch den fantastischen Pool im Hotel genießen, und besuchten ein hervorragendes türkisches Restaurant in St.Pauls Bay.

Tag 5

Forts und Game of Thrones
Wie am Vortag erwähnt, fuhren wir gleich zu Beginn zum Fort Ricasoli um auch Innen fotografieren zu dürfen. Die ansässigen Malta Filmstudios waren schon dabei, für neue Dreharbeiten ein Set aufzubauen. Wir konnten aber viele andere Bereiche ablichten. Ein paar Kilometer weiter suchten wir über eine Stunde einen Eingang in eine tolle Villa. Leider haben wir nur Hosen voller Kakteenstacheln mitgebracht. Als nächstes stand der Jerma Palace auf dem Programm. Ein verlassenes Hotel von Gaddafi, wo es noch einige Graffiti zu entdecken gab. Einer der eindrucksvollsten Orte der Tour war ein verlassenes Fort im Süden der Insel. Wir suchten rund eine Stunde einen Eingang. Bis wir irgendwann ein Seil an einer überhängenden Stelle im Sandstein fanden. Wir kletterten vorsichtig insgesamt ca. 8 Meter in die Höhe. Oben angekommen mussten wir sehr vorsichtig sein, da das gesamte Gelände einsichtig war. Der Besuch von uns dauert alles in allem, ca. 3 Stunden. Im Untergrund und an der Küstenseite gibt es noch alte riesige Kanonen aus dem 1. Weltkrieg. Dabei handelt es sich um viktorianischen 12,5-Zoll-38-Tonnen-Mündungsladegeschützen. Das Fort wurde bereits 1876 von den Briten erbaut. Ein einmaliger Fund. Einfach beeindruckend. Zum Abschluss flogen wir selbstverständlich noch mit der Drohne. Der letzte Punkt des Tages lag direkt am Meer. Verlassene Häuser und Ruinen am Wasser. Den Tag ließen wir mit einem Burger namens ´Beef of Thrones´ und leckerem Bier ausklingen.

Tag 6

Militärkrankenhaus und Popeye Village
So langsam ging unser erster gemeinsamer Trip 2022 auch schon wieder dem Ende entgegen. Für den vorletzten Tag hatten wir uns ein paar Exoten auf den Zettel geschrieben. Zuerst fuhren wir zu einem verlassenen Flugzeug, in der Nähe des Flughafens von Malta. Ein wirklich skurriles Motiv. Dann stand auch schon das erste von zwei Hauptzielen auf dem Programm. Ein altes Militärkrankenhaus der Briten, was zuletzt als Schule diente. Ein riesiges Areal, auf dem wir uns mindestens 3 Stunden aufgehalten haben. Die Highlights waren tolle Gänge und der Zufallsfund im Keller. Es gab ein riesiges unterirdisches Tunnel- und Bunkersystem. Vor dem zweiten Hauptziel am Abend checkten wir noch diverse andere Gebäude, die aber nicht der Rede wert waren. Die bekannte Popeye Village erreichten wir dann gegen späten Nachmittag. Es ist ein ehemaliges Drehset des Films Popeye aus den siebziger Jahren mit Robin Williams. Mittlerweile wurden die meisten Bereiche dort touristisch erschlossen. Es war ein witziges Erlebnis. Wir bekamen Gratis Popcorn und erkundeten den Themenpark. Im Anschluss fotografierten wir die verlassenen Teile und genossen den Sonnenuntergang an der Küste.

Tag 7

Am letzten Tag der Reise stand für uns etwas mehr Kultur auf dem Plan. Wir besuchten zuerst die mittelalterliche Stadt Mdina.
Das imposante Eingangstor beeindruckte uns sofort. Hier wurden unter anderem auch einige Szenen der ersten Staffel Game of Thrones gedreht. Als wir durch das Tor traten, merkten wir sofort, wie unberührt die Stadt über die Jahrhunderte geblieben ist. Die Stadt Mdina wurde Labyrinth-ähnlich gebaut, um damals Angreifer zu verwirren. Den Ort Mdina würde man eher in Italien, beispielsweise in der Toskana erwarten. In der gesamten Stadt herrscht ein KFZ-Verbot. Wir pendelten durch die Gassen und genossen leckeren Espresso. Auch hier bröckelten einige alte Häuschen vor sich hin.
Gegen Nachmittag fuhren wir dann zum Abschluss der Reise gen Valletta, der Hauptstadt von Malta. Dieses Mal brauchten wir nicht so lange, um einen Parkplatz zu finden. Wir gingen direkt durch den Haupteingang am Neptunbrunnen vorbei, und bemerkten auf Anhieb, dass es die belebteste Stadt der Insel ist. Viele Boutiquen und Geschäfte prägen das Bild der Hauptstraße, welche quer durch Valletta geht. Wir schauten uns aber hauptsächlich die verträumten Nebengassen an und wanderten Stunden umher. An der nördlichen Seite der Stadt warfen wir noch mal einen Blick auf das Fort Ricasoli, welches wir in der vorangegangenen Tagen bereits 2 Mal besucht haben.
Besonders markant in Valletta sind die Häuser mit Balkonen. Die Malteser nennen ihre Balkone „Gallariji“. Das wichtige architektonische Merkmal vieler Gebäude hat eine vielschichtige Geschichte. Sie sind wahrscheinlich ein Erbe der arabischen Epoche des Archipels(870-1090). Es sind geschützte Logenplätze, von denen sich hinter Vorhängen das Stadt- und Straßenleben beobachten lässt.
Nachdem wir uns noch die Lower- und Uppergardens angeschaut hatten, um einen letzten Blick auf den Hafen von Valletta zu werfen, begaben wir uns in ein maltesisches Restaurant und bestellten maltesische Pizza und Rotwein.
Und so kommen wir schon zum Abschluss unserer ersten Lostplacesart Reise 2022. Malta ist wirklich eine tolle Abwechslung zum tristen Winterwetter in Deutschland. Ein sehr angenehmes Klima gepaart mit einer kompakten Insel, wo man alles schnell erreicht, macht Malta zu einem tollen Ausflugsziel für ein paar Tage. Wir kamen auch auf unsere Kosten und konnten tolle einzigartige verlassene Objekte fotografieren, die man nicht in jedem anderen europäischen Land findet.